DIE INSEL VON SAN GIULIO: SICH ZWISCHEN WASSER UND STEIN VERLIEREN

Sie ist scheinbar wie eine halbe Nußschale, die sich ins Wasser ueberschlagen hat. Sie ist eine Insel aus Stein, den der Geist und die Handfertigkeit der Menschen geformt haben. Das wichtigste Element dieser Insel ist das alte Seminar, das heute die benediktinische Abtei Mater Ecclesiae ist. Es versucht den Bau der Basilika, den Schwung des Kirchturms, die Eleganz des Episkopalgebaeudes und die Haeuser und Villen zu „erniedrifen“, die sich an der steinernen Ufer draengen.
Hier vergeht die Zeit nicht, sondern sie macht ewig den Zauber einer hundertjaehrigen Glaubengeschichte. Diese Insel ist das mystische und kuenstlerische Symbol der ganzen Region von Cusio; hier trat der See von Orta vor mehr als 1000 Jahren in die Geschichte ein. In der Basilika San Giulio kann man neben kostbaren Gemaelden und Bildhauereien auch ein der bedeutendsten Beispiele der italienischen romanischen Skulpturen finden: den Ambon des XII Jhds.
Nach der Besichtigung der Basilika steigen Sie die Stufen hinunter, biegen Sie nach links in den einzigen gepflasterten Weg der Insel. Dieser Weg ist zwischen den alten Mauern der Villen versenkt und geht an der Abteikirche Mater Ecclaesiae vorueber: San Giulio ist immer auf ihrem Dach und segnet den See. Ueberqueren Sie den Platz mit dem kleinen Brunnen und gehen Sie zwischen geschlossenen Gaerten und verramelten Tueren weiter: Sie werden sich zum Ausgangspunkt wiederfinden.
Dieser Ort ermoeglicht naemlich die Ruhe (d.h. die Musik und die Harmonie) zu hoeren.

„Diejenigen, die nach Schoenheit
und nach dem Unendlichen
gierig sind, koennen hier ihre
Heimat finden“.

Die Aebtissin Anna Maria Canopi

DIE LEGENDE VON SAN GIULIO

Einer alten Legende nach war die Insel von San Giulio von Drachen und Schlangen bevoelkert, und daher wagte es niemand, sich ihr zu naehern, bis Giulio, ein reisender Heiliger, der den Christenverfolgungen im 4. Jahrhundert in Griechenland entkommen war, seinen Mantel auf dem Wasser ausbreitete und auf ihm die Insel erreichte, ohne das Wasser zu beruehren.
Nachdem Giulio Die Schlangen besiegt hatte, waehlte er diesen Ort zu seiner letzten Wohnstaette und beschloss im Jahre 390, dort eine Kirche zu errichten. Im 9. und im 11. Jahrhundert wurde eine weitere Kirche errichtet, die noch heute den Namen des Heiligen traegt.